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Presse 2017-04-03T15:21:33+00:00

Stephan Sulke – Pressestimmen

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Stephan Sulke Kritiken
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Pflichtbewusst ironisch

Stephan Sulke hat nach langer Bühnenabstinenz doch wieder Lust auf Publikum. In der Komödie im Bayerischen Hof stellt er auch Songs seines kommenden Albums vor

Von Christian Jooss-Bernau

Wenn einer so wie ich erzogen worden ist“, heißt eines seiner neuen Lieder. Und der, der da so erzogen worden ist, dass man gerade zu sitzen hat und anderen nicht reinquatscht, bei dem müsse man sich nicht wundern, das der mal den guten Ton etwas vermisst. So sagt’s der Refrain. Ein anderes Lied handelt vom „Edelmetallalter“, in dem die angekommen sind, die denken „Hip-Hop sei Neudeutsch für hü und hott“. Das Banjo scheppert gut gelaunt, und der Sänger, er raunt und raunzt auf eine Weise, die einem recht bekannt vorkommt. Für seinen anstehenden Auftritt in München nahm der Künstler die Sache selbst in die Hand und schrieb eine Mail an die SZ, in der der Satz stand: „Ich war mal ziemlich berühmt in Germanien.“ Die Betreffzeile lautete „Stephan Sulke“.

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Kluger Geschichtenerzähler

KONZERT Stefan Sulke singt im Bürgerhaus Ortenberg vor vielen Fans / Zwischen leiser Melancholie und stillem Humor

ORTENBERG – „Uschi“ kommt ganz spät dran, erst nach den Standing Ovations und schon unter der Rubrik Zugaben. Und dann singt Stephan Sulke seinen Megahit von 1982 auch nicht wirklich selbst, sondern lässt das Publikum im Bürgerhaus Ortenberg Strophen und Refrain übernehmen – und wundert sich anschließend über die Textsicherheit der Wetterauer.

CHANSON STEPHAN SULKE SINGT IM MANNHEIMER CAPITOL

Zartbittere Melancholie

Es gibt nicht viele amtierende deutschsprachige Lied-Künstler (auf Anhieb fallen uns eigentlich nur Georgette Dee und Konstantin Wecker in seinen nachdenklichsten Momenten ein), die eine derart ergreifende, schmerzlich-schöne Atmosphäre erschaffen können, wie es Stephan Sulke bei „Ich bin ein altes Zimmer“ gelingt: Mit seinem Gesang und Klavierspiel lässt der Schweizer Chansonnier hier einen Lebenszyklus in der zartbitteren Melancholie der Vergänglichkeit erblühen, verwelken, neue Knospen treiben.

Liedermacher Stephan Sulke mit Witz und Melancholie

Kaarst. „Uschi mach kein Quatsch“ – auch 35 Jahre nach seinem Erscheinen ist es der Song, den jeder kennt – nur der Name des Interpreten ist mitunter nicht allen geläufig. Sein Schöpfer Stephan Sulke (73) konnte eststellen, dass das Publikum im gut besuchten Albert-Einstein-Forum den Text bestens kannte und allein singen konnte. „Ich war noch nie in Kaarst, aber hier sollen die besten Düsseldorfer wohnen“, sagte er zur Begrüßung, ehe er mit Klavier-, Gitarren- und Keyboardbegleitung sein Programm ‚Der Typ von nebenan‘ vortrug, unterbrochen von kleinen Kalauern und witzigen Geschichten.

Stimme wie ein Kaminfeuer

Der Liedermacher Stephan Sulke hat noch immer ein Händchen für Balladen. Damit begeisterte er das Publikum im Haus der Springmaus.

Auf die ganz tiefen Gefühle versteht Stephan Sulke sich am Besten. Wahrhaftige Liebe etwa, oder mitternachtsblaue Melancholie, von dem altgedienten Liedermacher in schmerzlich-schöne Klänge gebettet und von einer Intensität durchdrungen, die nur wenige Künstler in Töne fassen können. Einst gab es dafür den unerreichten Jacques Brel, aber heute? Tim Fischer sicherlich, der seine Seele bloßlegt und die Zuhörer ganz tief in den Hort der Sehnsucht eintauchen lässt – und eben Sulke, der eher für ein wohliges Gefühl sorgt, einem Kaminfeuer gleich, das alle Anspannung vertreibt und das Herz sich öffnen lässt. Im Haus der Springmaus hat er nun einmal mehr sein Publikum gerührt und bewiesen, dass er mehr ist als ein „verwelkter, Schnulzen singender Poet“, wie er einst selbstironisch über sich dichtete.

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Kluger Geschichtenerzähler

KONZERT Stefan Sulke singt im Bürgerhaus Ortenberg vor vielen Fans / Zwischen leiser Melancholie und stillem Humor

ORTENBERG – „Uschi“ kommt ganz spät dran, erst nach den Standing Ovations und schon unter der Rubrik Zugaben. Und dann singt Stephan Sulke seinen Megahit von 1982 auch nicht wirklich selbst, sondern lässt das Publikum im Bürgerhaus Ortenberg Strophen und Refrain übernehmen – und wundert sich anschließend über die Textsicherheit der Wetterauer.

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Sulkes Lieder über die Blödheit

Der Liedermacher gefällt mit bewährten Ecken und Kanten nicht nur dem Fanclub. In der Klosterkirche gab es Pfiffe der Begeisterung.
VON ANTJE DAHLHAUS

REMSCHEID Den ‚typen von nebenan hätte Stephan Sulke kaum besser darstellen können als mit seinem improvisierten Auftakt in der Klosterkirche. „Ich hnb keinen Ton – guten Abend trotzdem“, startete er ohne Mikrofonverstärkung und mutmaßte: „Das liegt wahrscheinlich daran, dass heute Abend mein Agent da ist.“ Also noch mal kurz Vorhang zu und wieder auf, im Grunde wirkt der holperige Start fast schon gewollt.

Liedermacher Stephan Sulke mit Witz und Melancholie

Kaarst. „Uschi mach kein Quatsch“ – auch 35 Jahre nach seinem Erscheinen ist es der Song, den jeder kennt – nur der Name des Interpreten ist mitunter nicht allen geläufig. Sein Schöpfer Stephan Sulke (73) konnte eststellen, dass das Publikum im gut besuchten Albert-Einstein-Forum den Text bestens kannte und allein singen konnte. „Ich war noch nie in Kaarst, aber hier sollen die besten Düsseldorfer wohnen“, sagte er zur Begrüßung, ehe er mit Klavier-, Gitarren- und Keyboardbegleitung sein Programm ‚Der Typ von nebenan‘ vortrug, unterbrochen von kleinen Kalauern und witzigen Geschichten.

Viel mehr als Uschi, Ulla und Lotte

Der Grafschafter Verein „Kulturlant“ hat wieder ein neues musikalisches Thema besetzt. Am Samstag präsentierte er im Saal des Lantershofener Winzervereins Stephan Sulke. Der Liedermacher und Chansonnier, der bereits vor 42 Jahre beim legendären Rudi Carrell seinen ersten Fernsehauftritt hatte, lockte mehr als 200 Fans in den nahezu ausverkauften Saal. Viele von ihnen hatten Schallplatten und CD’s mitgebracht, wollten unbedingt ein Autogramm erhaschen.

Den kompletten Artikel lesen Sie hier auf www.general-anzeiger-bonn.de

Stephan Sulke nach Abstinenz wieder erfolgreich auf der Bühne

Wolfhagen. Wer nicht gewusst hat, dass es Stephan Sulke (72) ist, der auf der Bühne im fast ausverkauften Kulturladen am Freitagabend ein Konzert gab, der hätte ihn wirklich für den „Typ von nebenan“ halten können. Genauso heißt sein Programm, mit dem er nach einigen Jahren Abstinenz wieder auf der Bühne erfolgreich auftritt.

Kulturlant schlug ein neues Kapitel auf

Tiefgründige Lieder, feinfühlige Texte von zauberhafter Schönheit

Liedermacher Stephan Sulke begeisterte 200 Fans mit einem zweistündigen Konzert im Saal des Winzervereins
Lantershofen. Ein unvergessliches musikalisches Erlebnis bescherte der Grafschafter Verein „Kulturlant“ jetzt seinem Publikum
im Saal des Lantershofener Winzervereins. Dort hatte der legendäre Liedermacher Stephan Sulke einen gut zweistündigen
Auftritt, der wirklich keine Wünsche offen ließ. Mehr als 200 Fans aus der Region nutzten die einmalige Gelegenheit, ihrem Idol
einmal hautnah bei der Arbeit zuzuhören und zuzuschauen.

Stimmung mit Stephan Sulke und „Uschi mach keinen Quatsch“

Entertainer begeisterte sein Publikum in der Ulmenhofschule.

Musiker? Nein, Entertainer! Wohl selten hat ein Publikum so gelacht wie bei diesem Konzert. In Kellinghusen in der Ulmenhofschule gab sich auf Einladung des Kulturvereins PEP nach Ulla Meinecke und Peter Horten nun die nächste legendäre Musikgröße die Ehre:Stephan Sulke (72), in Shanghai geborener Schweizer Liedermacher, Keyboarder und Gitarrist und Komponist, spielte fast zwei Stunden lang seine ganze Routine aus.

Den kompletten Artikel lesen Sie hier auf www.shz.de

 

Konzert voller Poesie und Melodien

Gummersbach – Der Musiker und Liedermacher Stephan Sulke präsentierte am Samstag einen Abend mit humorvollen Anekdoten und Melodien in der Halle 32 – Fehlalarm der Brandmeldeanlage sorgte für kurze Unterbrechung.

STEPHAN SULKE IN ASCHAFFENBURG

Uschi macht immer noch Quatsch

 Von WOLFGANG HEININGER

Von Sabine Naber

Oft ist er jäh verschwunden und dann taucht er doch wieder auf: Der Chansonnier Stephan Sulke gastiert im Aschaffenburger Hofgarten. Im Gepäck hat er natürlich „Uschi“ und Evergreens, aber auch Neukompositionen, aus denen er noch mal eine CD „basteln“ will.
Den kompletten Artikel lesen Sie hier auf www.fr-online.de

Stephan Sulke weckt Erinnerungen in der Klosterkirche

Von Sabine Naber

Remscheid. Ein Liedermacher wie Stephan Sulke singt seine Lieder nicht einfach von der Bühne herunter. Er erzählt sie. Gefühlvoll und meist sehr zart. Und wieviele Erinnerungen werden wach, wenn er beispielsweise die Liebe schildert, ohne die irgendwie nix geht, die aber manchmal eben auch daneben geht.
Der Chanconnier, der auf die Frage, ob er denn nun Deutscher oder Schweizer sei, augenzwinkernd mit einem „Ja“ antwortet, nahm sein Publikum am Wochenende in der ausverkauften Klosterkirche mit auf eine Reise durch Evergreens, aber auch hin zu seinen neuen Liedern. Wunderschön ist seine Liebeserklärung, in der es heißt: „Es gibt vielleicht Schönere als mich, aber du bist die Schönste für mich“.  …
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Kein Typ von nebenan

Von Gernot Lahr-Mische

 

Nein, er ist nicht „der Typ von nebenan“, auch wenn dies Stephan Sulke in einer seiner hinreißenden Balladen betont. Dafür ist die Biographie des beinahe 70-Jährigen viel zu schillernd und seine Kunst beinahe singulär.
„Mensch, ging das aber schnell“, wundert er sich da im leider schwach besuchten Lincoln-Theater, besinnt sich auf das Leben, das schnell vorbeirauscht und hat dabei einen fast infantil staunenden Blick auf die vergangene Zeit. …

 

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Stephan Sulke im RLT – ein Meister der leisen Töne

Der Liedermacher hatte sein Neusser Publikum vom ersten bis zum letzten Moment auf der Bühne fest im Griff.

 

Neuss Es gibt Rebellen unter den Liedermachern, die Clowns und die Geschichtenerzähler, die Ankläger, Weltverbesserer und natürlich auch die Untergangspropheten. Stephan Sulke ist einer, der ihnen allen erst einmal einen Tee einschenken würde und schauen, was unter, Strich überhaupt los ist. …

 

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Mit Uschi, Lotte und Ulla

Stephan Sulke zu Gast im Walhalla-Spiegelsaal

 

Wiesbaden „Uschi mach kein Quatsch“, sang der Schweizer Stephan Sulke zu Beginn der 1980er Jahre am Klavier und schaffte es damit bis in die ZDF-Hitparade.

 

Stürmischer Applaus

Rund 30 Jahre nach dem Uschi-Erfolg präsentiert Sulke den Hit von einst noch einmal locker am E-Piano swingend. …

 

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Berühren erlaubt

Stephan Sulke kommt am Samstag in die Comödie

 

„Enten hätt ich züchten sollen“ hat Stephan Sulke sein jüngstes Album betitelt. Tatsächlich war ihm Geflügel ein Leben lang wurscht. …

 

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Stephan Sulke reißt seine Zuhörer im Kapuziner mit

Samtige Stimme mit rauem Abgang und feiner Note: Stephan Sulkes Auftritt beim Kulturfestival im Kapuziner war berührend.

 

Stephan Sulke ist wie ein guter Rotwein: Der Chansonnier, der beim Kulturfestival im Kapuziner seine Fans rührte und mitriss, war schon jung genießbar. Er reifte weiter und weist im Alter ausgeprägte Qualitäten auf. Jahre sind es mehr geworden, die Stimme ist dieselbe geblieben: samtig, ein wenig rau, die Lieder mit einem Nachhall von Schwermut, dem jedoch Leichtigkeit anhaftet. Klingt widersprüchlich, ist aber so. Denn der 69-Jährige versteht es wie kein anderer, in seinen Songs Tod, Vergänglichkeit und Morbidität in melancholische Texte und Melodien zu kleiden, die tröstend ausklingen, ja zuweilen sogar fröhlich stimmen und Lebensfreude vermitteln. …

 

Den Artikel von Christiane Keutner Kraft finden Sie hier als PDF-Dokument.

 

Erschienen am 15.08.2013.

 

Sängerpoet mag es gerne leise

Leise und spitzbübische Lieder

Emotionale Achterbahnfahrt

Charmanter Chansonnier

Liebenswerter Liederabend von Stephan Sulke in der Komödie Winterhuder Fährhaus

 

Den Artikel von Stefan Grund finden Sie hier als PDF-Dokument.

 

Erschienen im Hamburger Abendblatt am 20.03.2013.

 

Meister des dramatischen Säuselns

Liedermacher Stephan Sulke überzeugt im Hasper Hammer

Foto: Sandra Krosa

In der eher intimen Atmosphäre des Hasper Hammers präsentierte sich Stephan Sulke am Samstagabend als klassischer Liedermacher. In seinem aktuellen Programm „Enten hätt‘ ich züchten sollen“ singt er über falsche Entscheidungen und verpasste Gelegenheiten.
Wie er da so sitzt, im schwarzen Strickpullover mit herauslappendem weißem Hemdskragen, könnte man ihn für einen Lohnbuchhalter halten. Stephan Sulke ist so etwas wie die personifizierte Untertreibung eines Stars. Aber dennoch: Der beinah 70-jährige Schweizer leuchtet nach wie vor am Firmament der deutschsprachigen Liedermacherszene, er funkelt, ja brilliert wie schon vor über fünfzig Jahren – und stets, ohne dabei groß aufzufallen.

 

Sentimentale Liebeslyrik
„Enten hätt’ ich züchten sollen“ heißt das aktuelle Programm, mit dem Sulke derzeit durch die Lande tourt und Samstagabend im Hasper Hammer Station machte. Hier, im gut besuchten Kulturzentrum, war er nicht das erste, und sicherlich auch nicht das letzte Mal. Eine intime Spielstätte, die er ins Herz geschlossen hat: „Ich hatte bereits angedroht“, kokettiert Sulke, „dass es mir hier so gut gefällt, dass ich wiederkommen werde.“
Stephan Sulke trifft auf ein treues Publikum, das seine leise, sentimentale Liebeslyrik mag und seine filigran gedrechselte Beziehungspoesie zu schätzen weiß. Im Fokus stets Zwischenmenschliches. „Enten hätt’ ich züchten sollen“ steht als ein Synonym für falsche Entscheidungen und verpasste Gelegenheiten. Wie oft macht man im Leben das Verkehrte oder trifft ausgerechnet die schlechtere Wahl?
„Du lieber Gott, komm’ doch mal runter und schau dir die Bescherung einmal an“, seufzt Sulke ins Mikrofon und stimmt damit eines seiner bekannteren Lieder an, dass er um eine aktuelle Papst-Rücktritts-Strophe ergänzt hat. Schon wird der Refrain eifrig mitgesungen. „Du lieber Gott, komm’ doch mal runter, ich schwör’ Dir, dass man hier verzweifeln kann.“
Als ich 1977 Stephan Sulke in Berlin das erste Mal traf und für den Rias interviewen musste, galt er hierzulande noch als Insider-tipp. Eine eher handverlesene Zuhörerzahl hatte sich deshalb im „Quartier Latein“ eingefunden Dabei war der Wahlschweizer, der als Geburtsort „Shanghai, China“ im Pass stehen hat, bereits seit 1963 als Chansonsänger „Steff“ sehr erfolgreich. Doch mit dieser Art von unaufdringlicher Musik kann man in Deutschland kein großes Publikum zu erreichen.
Nach Uschi-Erfolg am Scheideweg
Das änderte sich schlagartig 1982 – ausgerechnet mit „Uschi“ (…mach kein’ Quatsch) – einem eher seichten Liebessong mit Ohrwurmqualitäten, der plötzlich zu einem Kultschlager avancierte (Platz 3 der ZDF-Hitparade), für das Repertoire des Stephan Sulke aber so untypisch ist wie kein anderer. Heute nennt er das Liedchen „Ursula mach’ keinen Unfug“.
Der grandiose „Uschi“-Erfolg brachte den Liedermacher aus Bern an den Scheideweg: Sollte er sich den öffentlichen Erwartungen beugen und die Liga der seinerzeit sehr populären Blödel-Barden absteigen oder dem lange eingeschlagenen Pfad verfolgen?
Stephan Sulke entschied sich für den nicht so kommerziellen Weg und blieb sich selber treu, auch wenn die Plattenfirma jammerte, „das kann man nicht verkaufen, das ist ja Kunst.“
Aber dafür ist uns mit Stephan Sulke der Verseschmied des Alltags, der Botschafter zarter Gefühle und der unverwechselbare Meister des dramatischen Säuselns erhalten geblieben.
Ich mag mir gar nicht ausmalen, wenn er sich damals doch fürs Entenzüchten entschieden hätte.

Chansonnier alter Schule

17.11.2012 – WORMS Von Gernot Lahr-Mische

Stephan Sulke zog das Publikum im „Wormser“ in seinen Bann – mit seinen Anekdoten, seiner Lyrik, seinen Gesten und natürlich seinen Liedern. Foto: photoagenten/Alessandro Balzarin

KONZERT Stephan Sulke begeistert seine Fans im „Wormser“

 

Es ist Stephan Sulke durchaus anzurechnen, dass er vor seinem Auftritt Alex Entzminger 15 Minuten im Vorprogramm gewähren ließ und i hn auch noch selbst ankündigt. Zwischen gelungener Heimatlyrik und Liedminiaturen wie „Mein Hund hat ein Schnäppchen gemacht: die Hand vom Kind“ zeigte der Kurzauftritt Entzmingers vor allem auf, dass da zwei Musikertypen aufeinanderprallten.

Stephan Sulke ein Liedermacher – doch nach einem bemerkenswerten und packenden Auftritt im „Wormser“ muss man den mittlerweile 68-Jährigen unbedingt Chansonnier nennen. Es gebührt dem in Shanghai Geborenen und in Bern Aufgewachsenen diese frankophile Bezeichnung, weil ein Großteil seiner Lieder den Geist von Größen wie Aznavour, Brel oder Clerc atmen.

Ausgefuchste Einfachheit

Sulke hatte mal eine Riesenkarriere, dann folgte ein teilweise kompletter Rückzug aus dem Geschäft. Jetzt tourt er, der mit „Uschi“ beinahe ein Volkslied erschuf, wieder ein bisschen und veröffentlicht CDs.

Er braucht das alles nicht mehr wirklich, genau deshalb war sein Konzert im ordentlich besuchten großen Haus ein Erlebnis. Alles wirkt bei Sulke so leicht, so lässig, so en passant und ist trotzdem so wunderbar ausgefuchst. Seine Lieder am Flügel besitzen jenes Sentiment, das einen sofort packt, seine Lyrik hat was Einfaches und dahinter steckt wie bei jedem Satz, jeder Geste, jeder Anekdote natürlich absolute Professionalität. Bloß, man merkt es Sulke nicht an. Er redet von kleinen Songs und legt mit „Denk an mich“ eine Ballade hin, da würde mancher Songschreiber seine linke Hand für hergeben.

Politik ist nicht seins, nein es sind die verflossenen Lieben, denen er nachtrauert und wenn Sulke dann mal einen ironischen Umweltschutzsong schreibt, dann bewahrt ihn eine abgebrühte Jazzpianokomposition vor jeglichem Zeigefinger. Klar hat das nostalgischen Charakter, das nicht mehr so ganz junge Publikum wähnt sich stellenweise in alten ZDF-Liedercircus-Sendungen, wo sich Sulke einst das Mikrophon mit Hoffmann, Mey und van Veen teilen konnte.

Sulke schauspielert gar beim Sprechgesang mit einem Glas Rotwein in der Hand zur vom Band eingespielten Musik. Da grüßt Serge Gainsbourg und Sascha Distel aber, und das ist das Faszinierende: es ist nicht peinlich. Dafür ist der ausgefuchste Kerl sich seiner Sache einfach zu sicher.

Altersdepression geht bei Sulke so: „Mensch ging das aber schnell, rumdibum Halbzeit rum, das ist kriminell.“ Da braucht’s kein Lamentieren, nur eine Gitarre, anzitierte Countrymusik und vorgegaukelte Infantilität – wieder zwei drei Frauenherzen gebrochen. Sulke ist einer der letzen großen Chansonniers in unserem Land, bei ihm gilt Champs-Élysées statt KW, Rotwein statt Apostelbräu.

Die Wormser waren begeistert von diesem Bonvivant und erklatschten sich Zugaben, unter anderem ein ergreifendes „Bist wunderbar“ von einem Künstler, der anekdoten- und gesangsreich die alte Schule beherrscht.

 

Stephan Sulke singt Poetisch-Humorvolles

Fröndenberg. „Letzte Woche war die Jugend dran und heute die alten Säcke“, stellt Sulke trocken fest und damit gleich zu Beginn unter Beweis, dass er Spaß versteht. Bis auf Gladbeck sind die Fans ihrem Altmeister an diesem Abend hinterher gereist und beglücken die Kulturschmiede mit „ausverkauft“. Stephan Sulke kann sich mit Fug und Recht als „alter Sack“ bezeichnen (mit liebevoller Selbstironie), denn er macht seit fast 50 Jahren Musik. Sein bekanntestes Lied ist bis heute wohl „Uschi“ – es landete im Juli 1982 auf Platz 3 der ZDF-Hitparade.

Sulke wuchs als Sohn Berliner Juden hauptsächlich in der Schweiz auf, was sein possierliches Schwyzerdeutsch erklärt, und er pflegt es ausgiebig auf der Bühne. Verwebt dabei schlitzohrigen Humor mit meist nachdenklichen, melancholischen Texten – die Kombi gelingt, da Sulkes Witz äußerst hintersinnig ist und oft leise wie seine Melodien. Er singt entweder a capella, zu Keyboard oder Akustikgitarre, jedes Lied ist ein kleines Kunstwerk voller Poesie: Damals, die erste große Liebe: „ein vergilbtes Stück Papier und eine kleine Mädchenschrift, nur ein Stück Papier… und letzten Endes doch ein Stück von mir.“ Solche Lieder kann man sich auch früh um 4 Uhr an der Bar vorstellen, nostalgisch in Erinnerungen schwelgend, und der Pianomann streichelt sanft die Tasten.

In „Der Typ von nebenan“ besingt Sulke Einsamkeit, bei „Weißt du noch“ gibt’s Szenenapplaus – viele Fröndenberger hier und heute „wissen“ offenbar noch. Auch dieses Lied enthält die Zeile „heute komm’ ich mir so einsam vor“, doch bevor die Stimmung ins allzu Traurige kippt, darf man schon wieder herzlich lachen. Als sich der 68-jährige Künstler nämlich auf der Bühne sprichwörtlich „zum Affen“ macht und brusttrommelnd intoniert: „300 Kilo aus dem Kongo, nun heiß ich Jo und sitz’ im Zoo.“ Und beim Herumpossieren mit Frau Gorilla starrt Frau Müller neidzerfressen durch die Gitterstäbe, „weil Herr Müller nicht mehr kann, was ich kann“.

Enten hätt’ er eben züchten sollen, nicht Herr Müller, sondern Stephan Sulke, diese seine neueste CD findet in der Pause eifrige Abnehmer in der Kulturschmiede.

 

WAZ, 25.11.2012, Foto: Silvia Rinke

Ein Melancholiker erobert die Herzen der Zuschauer

Stephan Sulke singt im Kur- und Stadttheater Bad Salzuflen

Bad Salzuflen (ps). Das Kurtheater war längst nicht ausverkauft. Aber die Besucher, die gekommen waren, empfingen Stephan Sulke mit seinem Programm „Mensch ging das aber schnell“ umso herzlicher. Er präsentierte seine vielseitigen Musiker-Qualitäten mit selbst komponierten Liedern, zu denen er sich auf der Gitarre, am Flügel oder am Keyboard begleitete.

Zwischendurch erzählte er unter dem Gelächter des Publikums Begebenheiten aus seinem Leben oder Phantasiegeschichten mit unerwarteten Pointen. Zum Beispiel diese: Ein betagter Vater ruft seine Kinder an und verkündet, er wolle sich scheiden lassen. Die besorgten Kinder kündigen sofort ihre Anreise bei den Eltern an. „Der Vater legt den Hörer auf und sagt zu seiner Frau: Alles klar, sie kommen zu Weihnachten“, erzählte Stephan Sulke.

Im Kurtheater hatte der Sänger aber auch viele seiner bekannten Titel im Gepäck, wie „Enten hätt` ich züchten sollen…“ – analog zum Titel seines aktuellen Albums: „Da kam ne Überschwemmung, alle Hühner tot; Enten hätt ich züchten sollen, ich Idiot!“

So locker, lustig und flapsig blieb es aber eher punktuell: Die meisten Stücke waren getragen von Nachdenklichkeit und Melancholie. „Du lieber Gott, komm doch mal runter und schau Dir die Bescherung an; ich schwör Dir, dass man hier verzweifeln kann“, dichtete der Sänger und Poet, der vor einem halben Jahrhundert zum ersten Mal mit einer Gitarre auf der Bühne gestanden hatte.

Der Höhepunkt der Show war sicherlich eine Neufassung seines Evergreens „Uschi mach kein Quatsch“, zu dem er sich erst an den Flügel setzte, dann plötzlich abbrach, nach vorne ging und das Publikum singen ließ – erst mit ein paar Stichworten zwischendurch, dann sangen alle allein weiter, immer wieder unterbrochen von Gelächter. Anschließend applaudierte der Künstler dem Publikum.

Zu seinen Titeln, die er präsentierte, gehörten außerdem „Vergessen“, „Aber nie“, „Mensch ging das aber schnell“, Joe“, „Das muss doch gehen“, „Ich brauche Dich“ oder „Ich hab Dich bloß geliebt“.
Seine Verschmitztheit, gepaart mit Selbstironie, aber auch Wehmut und Traurigkeit, zog sich wie ein roter Faden durch den Abend und stieß beim Publikum auf viel Liebe und Anerkennung, sodass zum Schluss Rufe nach Zugaben laut wurden.

 

Bad Salzuflen, 19.11.2012

Melancholische Lieder mit Stefan Sulke im Piazza

Kassel. Stefan Sulkes Biografie ist einfach reif für das Kino: 1943 wird er als Sohn Berliner Eltern in Schanghai geboren und wächst in Bern auf. Es folgt eine kleine Gesangskarriere in den USA und Frankreich und dann der Aufbau eines eigenen Tonstudios.

Dizzy Gillespie, Thelonius Monk und Leonard Cohen sind bei ihm zu Gast, und er wird für die ersten Aufzeichnungen des Montreux-Festivals gebucht. Er schreibt Songs für Katja Ebstein und Milva, doch das Musikgeschäft langweilt ihn zunehmend.

Er wechselt in die Baubranche, wird gekidnappt und verschleppt, kann sich befreien und zieht sich danach komplett zurück. 1999 erscheint eine neue CD, und er macht seither als Chansonnier, Buchautor, Maler und Bildhauer wieder von sich reden.

Am Donnerstag gab er ein Gastspiel im voll besetzten Vellmarer Piazza, und aus jedem Lied tropfte diese Biografie wie Wasser aus dem Heizungskessel eines alten Kreuzfahrtschiffes, das seit Jahren die Weltmeere durchpflügt.

„Ich hab’ mir ein Lachen ins Gesicht gemalt“, sinniert er gedankenverloren über seinem Keyboard, und das klingt bei ihm so traurig schön, dass man den nächsten melancholischen Seufzer kaum erwarten kann. Er poltert nicht wie ein Konstantin Wecker oder rockt wie ein Bernd Begemann. „Ich bin nur der Mann von nebenan, der manchmal einfach nicht schlafen kann.“

So klingt die Poesie von Sulke, die er mit unaufgeregter Stimme und schwebenden Jazzharmonien zu kleinen Kunstwerken verarbeitet. Dass er auch ein paar fröhliche Textzeilen, bedächtig erzählte Witze und flauschige Anekdoten in sein Programm integriert, ist wahrscheinlich der Publikumserwartung geschuldet. Doch dem Blick zurück auf verregnete Liebesbeziehungen, enttäuschte Erwartungen und unerfüllte Träume gehörte der Abend. Großer Applaus.

Hessische/Niedersächsische Allgemeineszmtag

Stephan Sulke in der Lagerhalle

Melancholischer Lausbub

Osnabrück. „Ich hoffe, Sie sind alle freiwillig hier“, begrüßt Stephan Sulke sein Publikum und zeigt sein typisch verschmitztes Lächeln. Auch mit 68 Jahren strahlt der deutsch-schweizerische Musikkünstler den Charme eines linkisch-liebenswürdigen Lausbuben aus, der seine Lieder vor sich hin nuschelt und das Leben von der ironisch-melancholischen Seite betrachtet. „Enten hätt ich züchten sollen“, heißt denn auch seine Jubiläumstour 2012, mit der Stephan Sulke am Freitag im Saal der Lagerhalle Station machte und damit das ausgefallene Konzert vom 16. März nachholte.

Als Sänger, Komponist und Texter in Personalunion und auf der Bühne zwischen Gitarre, Keyboard und Konzertflügel hin- und herpendelnd, zeigte sich Sulke von seiner multitalentierten Seite und erheiterte das Publikum zwischendurch mit Anekdoten über moralinsaure Religionslehrer oder nervige Homestorys. Als Sohn Berliner Eltern 1943 in Schanghai geboren und im Schweizer Kanton Bern aufgewachsen, kann Stephan Sulke wahrlich auf ein aufregendes Leben zurückschauen, das er in Liedern wie „Mein Leben“ oder „Mensch, ging das aber schnell“ Revue passieren ließ. Dass er auch die Gegenwart hellwach, humorvoll und aphoristisch betrachtet, bewies er mit dem Lied „Sie hat mich mit einem Lächeln angefasst“, in dem er eine flüchtige Bahnhofsbegegnung verarbeitete. Um reifere Liebe ging es in „Mit dir will ich älter werden“, während Sulke als bekennender Melancholiker in „Lotte“ das Erlöschen einer Beziehung besang. Seine selbtironischen Facetten zeigte Sulke mit Stücken wie dem als „Selbstmitleidlied“ angekündigte „Das muss doch gehen“ oder „Du lieber Gott, komm doch mal runter und sieh dir die Bescherung selber an“, bei dem Entertainer Sulke das Publikum zum Mitsingen animierte. Und auch, wenn an diesem Abend vor allem neuere Lieder zum Zuge kamen, lieferte Stephan Sulke mit „Ich hab dich bloß geliebt“ einen Song, der einst von einem Sängerkollegen erfolgreich gecovert und „gegrönemeyert“ worden war.Ein zwiespältiges Verhältnis räumte Sulke dagegen gegenüber seinem 1982er Hit „Uschi“ ein, der ihn seinerzeit in einen künstlerischen Zwiespalt zwischen Anspruch und Unterhaltung gebracht hatte. Konsequent ließ er darum nun das Publikum die unverwüstliche „Uschi“ alleine besingen und gab lediglich mimische Texthilfe. Sein Konzert beendete Stephan Sulke mit einem Lied, das Programm war: „Bist wunderbar“. Das Publikum fand das auch.

NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG  Autor: Uta Biestmann-Kotte 23. September 2012 14:30 Uhr

 

 

Gereift wie ein guter, alter Rotwein

15.08.2012

 

 

Stefan Sulke, der große Poet unter den Liedermachern, ist zurück auf der Bühne

Was haben Paolo Conte, Georges Moustaki und Lucio Dalla gemeinsam? Reinhard A. Weigelt hätte sie alle gerne mal für einen Auftritt beim Festival „Kunst im Garten/Kultur im Kapuziner“ engagiert. Und hat sie nicht bekommen. Weil die Künstler nicht mitmachten oder seine Bank. Und Lucio Dalla ist sowieso schon tot. Der Überlinger Eventmanager Weigelt, der das 1996 entstandene Kleinkunstfestival seit dem zweiten Jahr mit organisierte und es 2003 von der Stadt komplett übernahm, sonst wäre es gestorben, nannte diese Namen seine „Eckpunkte“. Ein deutscher Künstler auf seiner Wunschliste sei Stefan Waggershausen, der in Meersburg wohnt und bei dem es vielleicht noch klappen werde. „Und dann war da Stephan Sulke“, ließ Weigelt am Sonntagabend das Publikum im gut gefüllten Kapuziner wissen. „Aber den kriegst Du nie, der singt ja schon seit 100 000 Jahren nicht mehr.“ Und Weigelt kommentierte seine Favoritenliste unter schallendem Gelächter: „Also alle die alten Säcke meiner Generation.“ Weil Stefan Sulke nun doch wieder auf Tournee ist und man ihn ihm angeboten habe und es an diesem Abend so weit sei, deshalb, sagte Weigelt, „deshalb ist das für mich ein besonderer Abend.

Nicht nur für Reinhard Weigelt wurde dieser Auftritt des 68-jährigen Stephan Sulke ein wirklich ganz besonderer Abend, der selbst im jahrelangen Vergleich des insgesamt hochwertigen Festivals seinesgleichen sucht.

Klar ist er alt geworden, der Stephan Sulke. Am 27. Dezember wird er 69. Ist das wirklich schon so lange her mit diesem Konzert im Konstanzer Konzil am 20. Mai 1981? Die alte rote Eintrittskarte pappt noch auf dem Cover der damals erstandenen Vinylplatte. Da war er 37. Ja, wir sind alle alt geworden. „Mensch ging das aber schnell“ singt Sulke, das ist auch der Titel seines Albums von 2009. „Ist ja schon ein dolles Ding so’n Leben.“ Und dem da oben zwischen Flügel, Keyboard und Gitarre nimmt man genau das ab. „Ich hab dich bloß geliebt“ singt er, dieses wunderbar melancholische Liebeslied, das Sulke 1979 veröffentlichte und mit dem es kein anderes modernes in deutscher Sprache aufnehmen kann. Es ist dasselbe Phänomen wie bei einem Moustaki, Georges Brassens oder Gilbert Bécaud: Gefühle kennen kein Alter, nur Glaubwürdigkeit. Wenn Sulke in seinem Bariton bisweilen etwas Rauheit einfärbt, ist das bewusst. Denn wenn er will und er will oft, hat der gut abgelagerte Chansonnier immer noch die Stimme von damals. Das zeigt sich, wenn er a capella fast kindlich schmollend singt „Du lieber Gott, komm doch mal runter“ und ihn wie 1976 auffordert, „und schau Dir die Bescherung selber an“. Augen zu. Dann hört er sich an wie damals.

Glaubwürdig in jedem Ton in jeder Zeile, das ist Stefan Sulke, der mit seinem neuesten Album altersweise eingesteht, im Leben manche Fehler gemacht zu haben und dass er noch manche machen werde. Deshalb heißt das Lied, dem sein neueste Album und das Programm im Kapuziner seinen Namen verdankt, auch „Enten hätt‘ ich züchten sollen. . . .“ Darin variiert Sulke, der 1943 in Shanghai geboren ist, weil seine Eltern als Berliner Juden vor der Verfolgung durch die Nazis flüchten mussten, einen köstlichen jiddischen Witz. Der Neffe in seiner Familie fragt den Onkel, wie er eine größere ererbte Summer anlegen soll. Und der Onkel rät, weil die Leute immer essen, zur Geflügelzucht. Doch die Hühner auf der Hühnerfarm werden Opfer eines Hochwassers. Auf die Vorwürfe des Neffen antwortet der Onkel: „Na, Enten hättst‘ Du züchten sollen.“

Der französische Chansonnier und Lyriker Moustaki und die Cantautori – wie die Italiener ihre Liedermacher nennen – Conte und Dalla, die Weigelt seine „Eckpunkte“ nannte, die haben neben ihrer Abwesenheit in Überlingen noch etwas gemeinsam. Sie alle sind die Sänger tiefer Gefühle und gleichzeitig ganz große Poeten. Und da schließt sich der Kreis zu Sulke. Kantig, kritisch und melancholisch sind sie. Und im Fall des deutschen Chansonniers kommt noch eine Portion verschmitzter Humor dazu. Auch im Dialog mit dem Publikum. Spontan griff er Weigelts Eckpunkte-Einleitung auf: „Ich merke, dass ich nach den anderen Namen, die er genannt hat, die letzte Wahl war. “ Am Ende dieses Abends haben ihm seine begeisterten – auch jungen – Zuhörer vielfach gesagt, dass er, der 68-jährige Stefan Sulke, allererste Wahl ist. Nach fast jedem Lied feiern sie ihn mit so anhaltendem Applaus, dass manch‘ anderer Künstler für einen davon als Schlussapplaus dankbar wäre. Stefan Sulke, das ist 2012 melancholische Poesie mit Witz und auch mal mit bitterem Abgang – Jahrzehnte gereift. Wie ein gut gelagerter Rotwein.

 

Südkurier

 

Chansonnier erzählt

 

…ein emotionaler und atmosphärisch starker Konzertabend: Stephan Sulke hat in Mannheim seinen wegen einer Krankheit verschobenen Auftritt nachgeholt. „Enten hätt ‚ich züchten sollen“ – mit diesem rätselhaften Albumtitel ist der 66-jährige Chansonnier unterwegs. Auf der Bühne nur er, ein Flügel, eine Gitarre und ein E-Piano. Im schwarzen Wohlfühlpulli über dem weißen Hemd wechselt Sulke nach und nach zu den einzelnen Instrumenten-Positionen. Geruhsam, unaufgeregt.

 

Nein, ein Protestlieder-Singer sei er nie gewesen, sagt der in Shanghai geborene, in der Schweiz aufgewachsene und in Frankreich lebende Künstler. Warum er kein Polit-Barde sei? „Die einzelnen Menschen-Geschichten haben mich immer mehr interessiert als das große Ganze“, sagt Sulke. Er plaudert viel – und bleibt dabei entspannt. So beginnt schon das Konzert: Minutenlang erzählt der Künstler, der auch Kollegen wie Milva und Herbert Grönemeyer mit Songs und Texten versorgte, von seinem Leben.
Und dann, nach einem Herrenwitz – man befürchtet schon fast, nicht in einem Konzert, sondern einer Talkshow gelandet zu sein – packt er mit „Mein Leben“ das erste Stück aus, eine poetische Betrachtung des Lebens aus dem Blickwinkel des nicht mehr jungen Mannes. Zu den stärksten Songs des Abends gehören das auch von Milva kraftvoll gesungene „Das muss doch gehen“ von der neuen Platte und „Ein vergilbtes Stück Papier“, das schon auf der „Best Of“ zu hören ist.
Enten züchten? Sulke erklärt, wie er einen Kommentar seines Onkels zum Lied machte. Der skurrile Titel steht als Synonym für die kleinen Niederlagen und Fehlentscheidungen im Leben.
Mit Schwächen kokettieren, das passt zum treuen Blick und dem kuscheligen Teddybär-Image. Und irgendwie mag man diese rosige, weiche Komfortzone gar nicht mehr verlassen. Sulke sieht’s ein und legt nach dem „Mann aus Rußland“ noch eine „Schöööön-Zugabe“ drauf: „Bist wunderbar“. miro


© Mannheimer Morgen, Mittwoch, 04.04.2012

Ganz pur: Stephan Sulke

von Sebastian Schaefer

 

Neuss Er ist unter den Entertainern einer der eher ruhigeren Zeitgenossen. Er denkt viel nach, das merkt man seinen Äußerungen an, doch er erhebt nicht den Anspruch, Wahrheiten unter die Zuschauer zu bringen. Er ist kein Kabarettist, er ist in erster Linie Musiker. Doch auch das beschreibt ihn nicht ausreichend. Stephan Sulke ist mehr.

 

Er stellt sich nicht auf die Bühne, um sich für seine Musik feiern zu lassen, so wie andere. Er geht auch nicht hin, um Pointen zu reißen oder andere zu kritisieren. Aber irgendwie tut er all dies doch, auf eine sehr authentische Weise. Er spricht leise, angenehm, ohne mahnenden Zeigefinger aber trotzdem vermittelt er Botschaften. Er hat einen sehr trockenen Humor, den er gut zu verstecken weiß. Man hat manchmal das Gefühl, er weiß selbst nicht genau, wann ihm der nächste Witz rausrutscht. Das macht ihn glaubwürdig, sympathisch, denn was er auf die Bühne bringt, das wirkt nicht inszeniert. So auch im RLT, beim „Festival der Sterne“. Dort stellt Sulke sein neues Album „Enten hätt´ ich züchten sollen…“ vor.

 

Da steht er also, dieser ruhige, ältere Herr, alleine auf der großen Bühne und füllt sie doch gänzlich aus. Flügel, Keyboard und Gitarre sind die einzigen Begleiter zu seinen Liedern. Immer wieder unterbrochen von Anekdoten aus seinem ereignisreichen Leben und Kommentaren zu aktuellen Themen – als ließe er seinen Gedanken einfach freien Lauf. „Diese Terroranschläge und das ganze Theater mit der NPD, wenn ich so etwas sehe, legt mir das Eis aufs Herz“, bemerkt er nur und sang ein Stück über Hass und Krieg, „die beiden dümmsten Brüder, die es gibt“.

 

Zum Repertoire gehört natürlich auch seinen größten kommerziellen Erfolg „Uschi“, der ihn eine Zeit lang vor große Probleme stellte: „Die Leute, die Uschi mochten, mochten den Rest meiner Musik nicht und umgekehrt. Aber das Uschi-Publikum hat die größeren Hallen gefüllt.“

 

So kam es, dass er, wenn er das Lied vor der Pause gespielt hat, in der zweiten Programmhälfte alleine im Saal stand. Doch heutzutage sei dies kein Problem mehr, versicherte er und spielte „Uschi“ – vor der Pause. Und alle blieben natürlich.

 

Neuss-Grevenbroicher-Zeitung vom 30.03.2012

La belle vie

Ein Gespräch mit Stephan Sulke, dem coolsten deutschen Liedermacher.

Von Lorraine Haist und Joachim Bessing

 

Die lange, enge und bergauf führende Straße, deren Namen man sofort vergisst, wenn man erst die Hausnummer 21 gefunden hat, führt vor allem an einer schier unvorstellbaren Vielfalt architektonischer Sünden aus sämtlichen, tatsächlich allen Epochen der Baukultur der Cote d’Azur vorbei. Der Effekt besteht in dem traurigen Gefühl, dass man auf der Suche nach dem Haus mit der Nummer 21, in dem laut SMS der Künstler Stephan Sulke leben soll, dass man nirgendwo hier, in keinem der wahlweise in Lachs oder Senf oder gleich in schalstem Grün angemalten Terrassenhäuser wohnen will. Und das, obwohl das Wetter hier natürlich eins a ist, der Himmel, das Licht tatsächlich wie von Cézanne beschrieben, das Essen viel besser schmeckt als anderswo und von daher, leider ist gerade niemand auf der Straße unterwegs, die Menschen, die hier leben, auch sehr viel bessere Laune haben werden. Aber trotzdem: Hier leben – das heißt: Moment mal, da hängt sie doch, die 21. Eine Zahl aus Monierstahlstreben geschweißt. Und wir waren schon dreimal an dieser grau verputzten Mauer vorbeigefahren. Aber die 21 findet nur, wer um die Ecke geht. Wahrscheinlich hat Herr Sulke das absichtlich so gemacht. Ein „Spiegel“-Reporter würde schreiben: „Es ist sein Lebensprinzip.“

… das Gespräch finden Sie auf www.welt.de

 

Welt am Sonntag, 31.07.11

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