Kabarettist Holger Paetz unterhielt das Publikum im Neuburger Stadttheater mit einer gesalzenen Fastenpredigt. Vor allem Friedrich Merz und Markus Söder bekamen ihr Fett weg.
Von Andrea Hammerl – Neuburg – Er schenkt kräftig ein – und zwar allen. Holger Paetz‘ Fastenpredigt am Samstagabend im Stadttheater wird zum temporeichen Rundumschlag. Der kündigt sich schon an, als der Kabarettist die Bühne betritt, begleitet von einem Orgelspiel, das sich in immer dissonantere Töne steigert, während er drei (elektrische) Kerzen auf einem kleinen Tischchen entzündet. Sie und ein Mini-Tasteninstrument sind neben der Mappe mit der Starkbierrede die einzigen Requisiten, die Paetz nutzt. Volle Konzentration also auf die Worte, die dem kraftvollen Redner regelrecht aus dem Mund quellen – manchmal auch in Reimform oder gesungen. Volle Konzentration ist auch notwendig, um keinen seiner Gags zu verpassen, die sich nicht immer sofort erschließen, sondern Wissen oder zumindest Mitdenken des Publikums erfordern.