Ein Vollblut-Polit-Satiriker auf der Bühne ist ein Garant für Lacher. Doch Martin Sonneborn geht es durchaus um mehr, als um Blödelei. Dabei eckt er auch bei Fans an. Die kommen dennoch zahlreich.

Das Duell Jens Spahn gegen Martin Sonneborn gewinnt der Satiriker spielend. Bei Martin Sonneborn war es kein Problem, den Saal vollzukriegen. „So ausverkauft waren wir noch nie“, sagt Müller-Reisinger. Martin Sonneborn war lange Chefredakteur des Satiremagazins Titanic, gründete dann im Jahr 2004 die Satirepartei Die Partei und zog für diese zweimal in Folge ins Europaparlament ein. Dementsprechend viele Pointen hat er auf Lager: Wie er Wahlkampf für die SPD machte („Mit Anstand verlieren“), wie er mit einem Bestechungsfax die WM nach Deutschland holte und dafür fast auf 300 Millionen Euro verklagt worden wäre, oder wie er sich als erster (und einziger) deutscher Politiker in Georgien für den Bruch des Hitler-Stalin-Paktes entschuldigte. Wer Sonneborns Bücher oder die Titanic liest, für den boten die Geschichten nicht viel Neues, unterhaltsam bleiben sie nichtsdestotrotz.

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